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27 Aug 2015

Tipps zum Objektivkauf

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Grundsätzliche Tipps zum Objektivkauf

Der Frage „Welches Objektiv soll ich mir kaufen?“ sollte eigentlich immer die Gegenfrage folgen „Was fotografierst du?“ oder „Was willst du damit fotografieren?“! Schon alleine von Nikon gibt es im Augenblick etwa 80 unterschiedliche Objektive, bei Canon ist dies ähnlich und dann gibt es noch zahlreiche Fremdhersteller, die oft ähnliche Objektive zu meist günstigeren Preisen anbieten.

Was fotografiere ich?

– Fotografiere ich viel in der Natur, wird einerseits ein vernünftiges Weitwinkel-Objektiv und ein vernünftiges Teleobjektiv schon mal einen sehr großen Teil dessen, was ich brauche, abdecken. Naturfotografen brauchen wahrscheinlich in der Regel den klassischen „mittleren“ Brennweitenbereich zwischen 24–70 mm auf Vollformat (bzw. 17-50 mm auf APS-C und 12–35 mm auf m4/3) am wenigsten oft (auch hier gibt es natürlich Ausnahmen). Wer gerne Vögel oder andere scheue Tiere fotografiert, wird eher ein Teleobjektiv von 300 mm oder länger benötigen. Länger als 300 mm bedeutet aber meistens, dass man sehr tief in die Geldbörse greifen muss.

– Wer gerne Blumen und/oder Insekten fotografiert, wird sich wahrscheinlich irgendwann ein sogenanntes Makroobjektiv kaufen wollen, um sehr nahe an die gewünschten Motive heran zu kommen. Gute Einstiegsbrennweiten sind hier sich um die 100 mm, wer eher scheue Motive hat, wird wahrscheinlich ein 150 mm Makro bevorzugen (aufgrund des größeren Abstands bei gleicher Abbildungsgröße).

– Fotografiere ich Menschen (Portraits & Reportage), so wird der oben erwähnte „mittlere“ Brennweitenbereich (24–70 mm Vollformat | 17-50 mm APS-C | 12–35 mm m4/3) ein guter Ausgangspunkt sein. Für klassische Portraits wird man sich wahrscheinlich ein Objektiv mit etwa 100 mm bis 130 mm wünschen, nach Möglichkeit mit sehr offener Blende, um den Hintergrund schön unscharf/verschwommen darstellen zu können. Klassisch sind hier sicher 85 mm, 105 mm und 135 mm Objektive mit sehr offener Blende von f/1.4 bis f/2, teils sogar f/1.2 (Brennweiten bezogen aufs Vollformat). Natürlich gibt es auch in diesem Bereich Zoom-Objektive als leichtere, günstigere Alternative, die eine Brennweite von 70-200 mm mit Blende f/2.8 oder f/4 haben.

– Für Architektur gehört auf alle Fälle ein gutes Weitwinkelobjektiv, vor allem für Innenräume, zur Grundausstattung. Gerade in der Architekturfotografie gibt es aber für alle möglichen Objektivbrennweiten Verwendung und es gibt selbst spezielle Objektive, wie sogenannte Tilt-Shift Objektive, die oft für die Architekturfotografie eingesetzt werden.

– Möchte ich für alles gerüstet sein, nur ein Objektiv dabei haben wollen und habe ich keine besonderen Anforderungen bezüglich Lichtstärke, so wird vielleicht ein 28-300 mm (Vollformat) oder 18-200 mm oder 18-300 mm (APS-C) das Richtige sein. Man muss sich hier allerdings klar sein, dass man damit grundsätzlich zwar für alles gerüstet ist, das Objektiv aber meistens für nichts optimal geeignet ist.

Ein Objektiv oder mehrere Objektive?
Wie bereits oben erwähnt, gibt es „Alleskönner-Objektive“, mit denen man zwar sicher schöne Bilder machen kann, aber die für keinen Bereich wirklich optimal geeignet sind. Grundsätzlich ist es immer besser, mehrere Objektive mit kleineren Brennweitenbereichen zu haben, da die Abbildungsleistung meistens besser ist. Eine Ausnahme hierbei sind sicher die sehr günstigen 18-55 mm Kit-Objektive, die oft mit den Kameras mitverkauft werden. Sie sind sicher als leichte Reiseobjektive akzeptabel, man sollte sich aber nicht zuviel von der Bildqualität erhoffen.

Speziellere Anforderungen
Viele Objektive haben eine sogenannte variable Blende, die von f/3.5-5.6 geht. Grundsätzlich sind – abhängig vom Verwendungszweck – Objektive mit durchgehender Blende diesen vorzuziehen. Eine Ausnahme ist hier sicher die Landschaftsfotografie, aber auch die Architekturfotografie. Wenn man sowieso zu 90% mit Blende f/8 oder f/11 oder noch geschlossenerer Blende arbeitet, ist die Offenblende grundsätzlich nebensächlich. Fotografiert man aber viel im schlechten Licht, vor allem bewegte Motive, braucht man meist Objektive mit sehr offenen Blenden, wie f/2.8 oder noch geöffneter. Diese offene Blende ist, auch sehr hilfreich, um störende/unschöne Hintergründe einfacher „ausblenden“ zu können.

Zoom oder Festbrennweite?
Zooms sind Objektive, die einen gewissen Brennweitenbereich abdecken. Festbrennweiten haben, wie der Name schon sagt, nur eine fix festgelegte Brennweite. Zooms sind oft praktischer, weil man nicht ständig das Objektiv wechseln muss, Festbrennweiten sind meist optisch besser und lichtstärker (besitzen eine größere Offenblende). Zooms sind meist größer und schwerer, Festbrennweiten meist kleiner, leichter und unauffälliger. Die Wahl hängt hier aber sehr stark von den individuellen Anforderungen und Vorlieben ab.

Fremdhersteller
Meistens ist es sicher sinnvoller, Objektive vom Kamerahersteller zu kaufen, als jene von Fremdherstellern. Wobei auch diese Frage nicht so einfach zu beantworten ist. Letztendlich muss man sich die Objektive immer im Detail anschauen, zuvor im Internet recherchieren und nach Möglichkeit selbst ausprobieren. Die günstigen Einsteigerobjektive von Sigma & Tamron sind nicht wirklich optimal. Der Autofokus ist meistens sehr langsam und im schlimmsten Fall auch noch recht laut. Es gibt aber auch einige Objektive von Sigma, Tamron oder Tokina, die außerordentlich gut sind, manche sogar besser als die von Canon oder Nikon. Das Internet ist aber in der Regel voll mit Testberichten aller Art. Zeiss gäbe es natürlich auch noch. Diese Objektive sind aber sehr teuer und haben keinen Autofokus und sind somit nur für einen kleinen Anwenderkreis das richtige Werkzeug, wenn auch optisch exzellent.

Zusammenfassung

Ein gutes Objektiv ist sehr wichtig, oft wichtiger als die Kamera. Kauft man sich die beste Kamera mit der höchsten Auflösung und schraubt dann ein qualitativ schlechtes Objektiv auf diese Kamera, wird man nie das Potential der Kamera ausschöpfen können. Mit (sehr) guten Objektiven kann man allerdings oft ungeahntes Potential aus vermeintlich weniger guten Kameras herausholen.

Fotografiert man oft im schlechten Licht oder möchte man mit einer schönen Unschärfe im Hintergrund spielen, so muss man zwangsläufig auf lichtstarke Objektive oder im besten Falle Festbrennweiten zurückgreifen. Bezüglich Unschärfe im Hintergrund gibt es auch noch den Fachbegriff „Bokeh“. Dieses Bokeh bezeichnet die Hintergrundunschärfe (wie schön weich oder eben nicht diese gezeichnet wird), die von manchen als wichtiges Entscheidungskriterium beim Objektivkauf herangezogen wird.

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